Körperliche Leistungsfähigkeit und Lebensdauer

 

Zu diesem Thema gibt es eine Unzahl von Untersuchungen. Alle zeigen übereinstimmend, dass die körperliche Leistungsfähigkeit eindeutig mit der Lebensdauer korreliert! Hätten wir in der Medizin irgendein Arzneimittel, bei dessen Einnahme sich auch nur eine Halbierung des Sterberisikos zeigte, dann würde praktisch jeder diese Arznei einnehmen. Meist sind wir in der Medizin stolz, wenn die Einnahme eines Medikamentes einen Surrogatparameter – z.B. das Cholesterin – senkt. Wenn dann auch noch das Risiko zu versterben signifikant – wenn auch nur um wenige Prozent – abnimmt, so empfehlen wir die Einnahme.

Fitness und Lebensdauer

Als Beispiel für Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen Leistungsfähigkeit und Lebensdauer möchte ich Sie mit Ergebnissen von Laukkanen et al. bekannt machen, der schon vor vielen Jahren zeigen konnte, dass das Risiko zu versterben, eindeutig abhängig ist von der maximalen körperlichen Leistungsfähigkeit. 2682 Männer zwischen 42 – 61 Jahren wurden in die Studie eingeschlossen. Der Beobachtungszeitraum betrug 5 Jahre. Männer, die weniger als 7,9 METs maximale körperliche Leistungsfähigkeit aufwiesen, hatten ein viermal !!!! höheres Risiko, im dem Beobachtungszeitraum zu versterben, als diejenigen, die eine maximale körperliche Leistungsfähigkeit von > 10,6 METs aufwiesen.

Die maximale körperliche Leistungsfähigkeit wurde in dieser Studie als metabolisches Äquivalent (MET) angegeben. Dabei entspricht 1 MET = 3,5 ml Sauerstoffverbrauch / kg / min. Rechnet man das in den Kalorienverbrauch um, so ergibt sich, wenn man von einem kalorischen Äquivalent von 4,8 Kcal / l O2-Verbrauch ausgeht, ein Wert von 1 Kcal / kg / h, was praktisch dem Grundumsatz  entspricht.

Zur besseren Einschätzung der Daten: Eine maximale körperliche Leistungsfähigkeit von 7,9 MET entspricht einem maximalen Sauerstoffverbrauch von 27,7 ml O2 / kg / min; 10,6 MET entsprechen einem VO2max von 37,1 ml O2 / kg / min. Übersetzt in die Praxis bedeutet eine maximale körperliche Leistungsfähigkeit von 7,9 METs, dass die betreffende Person in der Lage ist, für wenigstens 1 – 2 Minuten eine Laufgeschwindigkeit von etwa 7,9 km/h zu erreichen. 10,6 METs bedeutet in dieser Studie somit eine maximale kurzfristige Laufgeschwindigkeit von etwa 10,6 km /h

Zu den Möglichkeiten der Umrechnung möchte ich auf das Kapitel   „Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit“ verweisen. (folgt)

Fitness und Risiko-Faktoren

In einer großen Untersuchung haben Myers et al den Einfluss der körperlichen Leistungsfähigkeit, der Fitness, auf die Lebensdauer untersucht. Sie konnten darin zeigen, dass auch bei Vorliegen von Risikofaktoren – wie hoher Blutdruck, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), Diabetes, Rauchen, Adipositas (BMI>30) oder ein erhöhtes Cholesterin – die körperliche Leistungsfähigkeit das relative Risiko zu sterben ganz erheblich beeinflusst!

Männer, deren  maximale Sauerstoffaufnahme mit < 5 MET ermittelt wurde, die also nicht mal 5 km/h schnell sich bewegen konnten, wiesen ein  etwa doppelt so hohe Risiko auf zu versterben, verglichen mit denen,  die mehr als 8 MET maximal zu leisten im Stande waren (grob mehr als  8 km/h Maximalgeschwindigkeit aufwiesen).

 

 

 

 

 

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