Sport und Krebs

Geben Sie „Sport und Krebs“ in der Suchmaschine Google ein, so erhalten Sie innerhalb von wenigen Sekunden mehr als 4 Mio Ergebnisse! Fügt man zu Sport und Krebs noch „Krankenkassen“ hinzu, so werden immer noch 500.000 Einträge gezeigt. Die Zusammenhänge sind klar, eindeutig.

Wer Sport treibt, bekommt seltener Krebs!

In der alltäglichen Praxisarbeit ist man angesichts der Unzahl an Forschungsergebnissen immer wieder erstaunt, dass die Botschaft bei den meisten – auch ansonsten gut informierten – Patienten – ja auch Ärzten –  immer noch nicht angekommen ist. Und ich gebe ja zu: als meine Tochter während ihres Studiums der Sportwissenschaften mir berichtete, dass Sport in der Lage sei, das Auftreten von Krebs zu vermindern, war mein erster Reflex , sich doch besser mehr mit ihrem Sportstudium auseinander zu setzen. Konsequent, wie sie nun mal ist, brachte sie mir Arbeiten mit, die mich dann allerdings veranlassten, mich mit den Fakten doch mal auseinander zu setzen.

Prof. Halle von der Technischen Universität München hatte Daten zum Zusammenhang zwischen Brustkrebs und körperlicher Aktivität gezeigt, die er nach einer Arbeit von Thune et al. aus Norwegen ins Deutsche übertragen hat. In diese Studie wurden 10 Jahre lang 25.624  Frauen aufgenommen. 351 von diesen entwickelten in den 10 Jahren Brustkrebs. Dabei zeigte sich allerdings, dass die Wahrscheinlichkeit an Brustkrebs zu erkranken mit zunehmender Aktivität insbesondere bei den Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren waren, erheblich abnahm, bei intensivem Training von mehr als 4 Stunden pro Woche fast um 50 % !

Auch nach den Wechseljahren hatten Frauen, die mehr als 4 x pro Woche trainierten ebenfalls ein eindeutig geringeres Brustkrebsrisiko. (s. Abbildung)

Damit aber nicht genug!

Bewegung reduziert die Sterblichkeit bei Brustkrebs

Frauen mit Brustkrebs überleben eindeutig länger, wenn sie sich mehr bewegen. So reduzierte Spazierengehen von mehr als 2 Stunden pro Woche die Letalität, die Sterblichkeit, um 30 % verglichen mit der Gruppe von Frauen nach Brustkrebs-Operation, die weniger als 1 Stunde pro Woche Spazieren gegangen waren. Zum Zusammenhang von Brustkrebs und Bewegung existieren weiter Arbeiten, alle kommen zum gleichen Schluß: Regelmäßiges Bewegen reduziert das Risiko an Brustkrebs zu erkranken und verbessert die Lebenserwartung auch nach schon erfolgter Operation! (Holmes et al.)

Aber!: Machen Sie es nicht wie eine Bekannte von mir: Nach Brustkrebs-Operation und Chemotherapie war sie über die Vorteile der Bewegung für ihre Prognose informiert worden. Taff, wie sie nun mal ist, rannte sie gleich am nächsten Morgen los, bis zur totalen Erschöpfung. Noch am Tag danach hatte sie ganz erheblich erhöhte Leberwerte und eine stark erhöhte CK (ein Eiweiß aus der Muskulatur). Ein typisches Beispiel dafür, dass es auch beim Sport auf die Dosis ankommt, ein Fakt, auf den ich noch häufiger zu sprechen kommen werde.

Körperliche Aktivität reduziert die Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken

Die Abbildung zum Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und der Wahrscheinlichkeit an Darmkrebs zu erkranken, stammt ebenfalls aus den Arbeiten von Prof Halle, die meine Tochter mir zum Beweis zwischen körperlicher Aktivität und Krebs vorlegte.

In dieser Abbildung sind Daten aus der „Cancer Prevention Study II Nutrition Cohort“, die Chao et al publiziert haben, ins Deutsche übertragen und gleichzeitig visualisiert.

In diese Studie wurden mehr als 70.000 Männer und mehr als 80.000 Frauen einbezogen, die im Mittel 63 Jahre alt waren.  Von diesen erkrankten 940 an einem Dickdarmkrebs und 399 an einem Enddarmkrebs. Man hatte während der Untersuchungsdauer von 7 Jahren zusätzlich durch Befragung die Freizeitaktivitäten -wie Wandern, Joggen, Tanzen, Tennis u.a. – der Teilnehmer erfragt. Dabei zeigte sich, dass mehr als 7 Stunden Freizeitaktivitäten pro Woche das Risiko an Darmkrebs zu erkranken, um 40 % reduzierte!

Hier wurden nur wenige Studien herausgegriffen aus einer Vielzahl anderer. Die Richtung ist immer die gleiche:

Bewegung reduziert die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken und verbessert die Aussichten sogar noch, wenn schon Krebs diagnostiziert wurde!

Das  Expertengremium, das die Zusammenfassung zwischen sportlicher Betätigung und Krebs untersucht hat und seine Ergebnisse dem US-Gesundheitsministerium übergeben hat (2018), stellte für die folgenden Karzinomarten ein selteneres Vorkommen fest, bei Menschen, die Sport treiben:

  • Blasenkrebs, 
  • Brustkrebs,
  • Colonkarzinom, 
  • Speiseröhrenkarzinom
  • Magenkarzinom
  • Nierenkarzinom.

Beim Lungenkarzinom fand sich in einer großen Zusammenfassung ein Zusammenhang. Die Experten konnten allerdings eine Verfälschung der Ergebnisse durch Rauchen nicht ausreichend ausschließen. Deshalb wurde der Lungenkrebs nicht in die Liste mit aufgenommen.

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